Am 16. Oktober 2008 fand sich in der Vorburg von Schloss Ehreshoven eine altersmäßig gemischte Gruppe von Interessenten ein, angelockt durch eine kleine Zeitungsnotiz in den oberbergischen Zeitungen. Die Akademie für Musik und Literatur Ehreshoven suchte Sängerinnen und Sänger für die auf Schloss Ehreshoven geplanten Weihnachtskonzerte und andere zukünftige Projekte.
Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden der Akademie für Musik und Literatur wurde uns Manfred Schümer als unser Chorleiter vorgestellt. Daraufhin stellten sich die versammelten Interessenten kurz selbst vor: fünfzehn Frauen und - ein Mann (Friedhelm Dudak)!
Ja, und dann ging es unter den unbestechlichen Ohren unseres Chorleiters in lockerer Folge und mit viel Spaß zur Sache – Stimmübungen, kurze mehrstimmige Melodiefolgen und schließlich der Kanon Da pacem domine. Das Resultat? Nach zwei Stunden gingen wir etwas ungläubig, aber restlos begeistert auseinander. Keiner von uns hatte geglaubt, dass bereits nach der ersten kurzen Probenstunde ein durchaus schon aufführungsfähiges Chorstück herauskommen würde.
Zum nächsten Probenabend fanden sich ALLE Teilnehmer wieder ein!
Das Weihnachtskonzert auf Schloss Ehreshoven sollte am 04. Dezember 2008 unter Mitwirkung des Oberstufenchores des Aggertal-Gymnasiums und einigen Instrumentalisten stattfinden. In den wenigen Wochen, also ab dem 16. Oktober, hatten wir fleißig und begeistert geübt und staunten, wie es Manfred Schümer gelang, aus den Teilnehmern mit doch recht unterschiedlichen musikalischen Kenntnissen und Erfahrungen einen „Chor“ zu formen.
Dann kam der große Tag – das erste Konzert! Ganz klar, dass wir sehr gespannt und auch mehr oder weniger nervös waren. Manfred Schümer schien keinen Zweifel daran zu haben, dass wir unser Debut schaffen würden und hatte, bevor wir zur Aufführung in den Ahnensaal hinüber gingen, eine Überraschung für uns. Damit hatte keiner von uns gerechnet! Jeder erhielt von unserem Chorleiter einen kleinen Einband*) mit den Liedern unseres Programms und folgendem Vorwort:
Liebe Chormitglieder,
die erste Zusammenkunft des Chores liegt keine zwei Monate zurück und schon stehen wir vor dem ersten Auftritt.
Ein Debut ist immer etwas besonderes, auch für den Chorleiter. Daher möchte ich Ihnen für Ihre unvoreingenommene Mitarbeit, Ihre Motivationsbereitschaft und Ihre Mühe danken. Besonders möchte ich die Freude hervorheben, die in den Proben von Ihnen allen ausgeht. Bewahren Sie diese Freude und nehmen Sie sie nicht nur heute Abend mit in den Auftritt! Damit entsprechen Sie – ungeachtet dem Leistungsgrad, den ein neu gegründeter Chor zu zeigen in der Lage ist – dem großen Motto, das ich gerne zitiere: Ludwig van Beethoven schrieb es über die ersten Zeilen seiner „Missa solemnis“:
Von Herzen - möge es wieder - zu Herzen gehen!
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und uns zwei schöne Konzertabende und viel Freude beim Musizieren!
Ihr Manfred Schümer
(mz/4.12.2008-12:00) Von Marc Ziegert
Engelskirchen - Die Sänger und Musiker des Aggertalgymnasiums und der Akademie für Musik und Literatur Ehreshoven verzauberten ihr Publikum mit klassischen Klängen zur Weihnachtszeit.
Fast könnte man meinen, sich wieder in den Glanzzeiten des Ehreshovener Schlosses zu befinden, als die Grafen von Nesselrode zu rauschenden Abendgesellschaften einluden. Nach dem Durchschreiten des steinernen Hauptportals wurde der Besucher von zu beiden Seiten flankierenden Lichtern ins Schloss geführt. Auf dem Parkett des Vorsaals konnte man im Schein der blanken Kronleuchter und des Weihnachtsbaumes flanierend den Beginn des Konzertes abwarten oder sich mit Besuchern wie Sängern austauschen.

Im Festsaal selbst überzeugten der Oberstufenchor des Aggertalgymnasiums (ATG), der Chor der "Akademie für Musik und Literatur Ehreshoven*" mit seinen Solistinnen Miriam Köpke (Mezzosopran), Aline Klösgen (Sopran), Isabel Ruhbach (Violine) und Johanna Kirsch (Violoncello) mit anspruchsvollen Darbietungen. Darunter waren sowohl historische Stücke von Schumann, Vivaldi oder Mozart, als auch klassische Interpretationen neuerer Werke wie "Let it snow" oder "Happy Christmas" von John Lennon. Am Klavier begleitet und geleitet wurden die Sänger abwechselnd von Josef Klösgen und Manfred Schümer. Zwischen den Stücken rezitierte Peter Kirchner Ringelnatz, Mörike und andere Autoren mit ausladenden Theatergesten. Miriam Köpke ließ das bekannte Stück "Let it snow" in ganz neuem Gewand erscheinen.
